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Schlaraffenland für Obstliebhaber

Jürgen Pompe aus Neufahrn ist Pomologe mit Biss

Ein Schlaraffenland für Obstliebhaber ist die Streuobstwiese der Mosterei Pompe
Jürgen Pompe aus Neufahrn ist Pomologe mit Biss
© Amt für Ländliche Entwicklung Niederbayern

"Pflanzt doch Obstbäume"

Angefangen hat für ihn alles, als er die Imkerei seines Urgroßvaters beziehungsweise dann seines Großvaters übernommen hat. Damals kauft er auch noch ein Stück Land dazu und baut ein neues Bienenhaus. „Und da hab ich mich gefragt: Was mache ich jetzt noch mit einem Grundstück von zweieinhalbtausend Quadratmetern“? Die Antwort seines damaligen Kreisfachberaters: „Pflanz doch Obstbäume darauf!“ Doch nur mit dem Pflanzen ist es für Pompe nicht getan. Er lässt sich von seinem Kreisfachberater in die Welt der alten Obstsorten einführen und ist begeistert. „Der hat mich überall hin mitgenommen und mir alles gezeigt. So bin ich dann zur Pomologie gekommen.“ Aus ein paar Obstbäumen werden schließlich ganze Streuobstwiesen. In seiner Freizeit fängt er an, Bücher über den Obstanbau zu lesen und besucht immer wieder Kurse bei namenhaften Pomologen – bis er selbst einer von ihnen wird. 

Alte Obstsorten voll im Trend

Als Pomologe ist Jürgen Pompe gewissermaßen inzwischen ein Sammler von alten Obstsorten – und ihr Bewahrer. Deswegen hat er auch so viele verschiedene auf seinen Wiesen. „Früher waren Pomologen diejenigen, die Sorten bestimmt und dokumentiert haben. Pomologen waren studierte Leute wie Pfarrer und Lehrer. In der heutigen Zeit beschäftigen wir uns auch damit, die positiven Eigenschaften alter Sorten hervorzuheben, aber auch die negativen. Mit dem Wissen beraten wir dann Leute, was sie wo anbauen können“, sagt Pompe. Ihn stört es dabei auch gar nicht, dass Streuobst nicht perfekt aussieht – ganz im Gegenteil. „Sie werden ja meist nicht gespritzt oder zumindest nicht mit synthetischen Spritzmitteln. Deswegen sind sie optisch nicht so schön wie die aus dem Supermarkt. Dafür sind sie aber mehr oder weniger naturüberlassen. Auch vom Geschmack her sind die alten Obstsorten, die auf Streuobstwiesen angebaut werden, einfach besonders.“

Alte Obstsorten und Streuobstwiesen zu bewahren, darin sieht er für die Zukunft eine große Herausforderung. „Das Problem ist der Kapitalismus. Wenn ich kein Geld dafür bekomme, was ich an Arbeit in die Streuobstwiese stecke, höre ich auf.“ Unter anderem wegen der Kosten sei er froh, so Pompe, dass er sein Streuobst selbst verarbeiten und direktvermarkten könne. Denn gerade bei schlechter Ernte lohne es sich finanziell für viele nicht, das Streuobst zum Verarbeiter zu fahren und wieder zu holen. Auch die Ausbildung von Baumwarten müsse seiner Meinung nach mehr gefördert werden: „Die Bäume werden hundert Jahre alt, die müssen gut gepflegt werden.“

Probieren geht über studieren

Trotz aller Herausforderungen, denen er sich als Pomologe immer wieder stellen muss, gibt es eine Sache, die ihm besonders am Herzen liegt, nämlich sein Wissen weiterzugeben und die Menschen für das Thema Streuobst zu begeistern. „Ich halt immer wieder Kurse und habe öfter Schulklassen oder Kindergärten da. Ich zeige den Kindern die Vielfalt vor Ort und lasse sie verschiedene alte Sorten probieren. Und wenn du siehst, wie ihnen da die Augen aufgehen und wie sie sagen, dass der Streuobst-Apfel ganz anders als der Supermarkt-Apfel schmeckt, dann ist für mich das das Schöne an meiner Arbeit.“

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