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Gelungenes Ensemble in Euerbachs Mitte

Dorfgemeinschaftshaus eine Symbiose aus alt und neu

Das Fachwerkhaus stammt von 1537. Ihm wurde ein Neubau - ebenfalls mit typischen fränkischen Konturen - zur Seite gestellt.
Das alte Rathaus von Euerbach dient jetzt als Dorfgemeinschaftshaus. Den meisten Platz nimmt die Gemeindebücherei ein.
© Dorit Bollmann

Die beiden geschickt miteinander verbundenen Gebäude bieten Platz für die Gemeindebücherei, die Nachbarschaftshilfe sowie den Heimat- und Trachtenverein. Unmittelbar schließen sich die Dorfscheune für diverse Feierlichkeiten, das evangelische Pfarrhaus und die katholische Kirche an. In ökumenischer Eintracht segneten die Diakonin Simone Kunert-Kamusin und die beiden Pfarrer Martin Bauer und Markus Grzibek den „Bildungstreff“ der gut 3000 Einwohner zählenden Gemeinde.

Bücherei mit 5500 Medien

Insgesamt 1200 Leseausweise hat das von Birgit Försch und Erika Krüger geführte Büchereiteam aktuell ausgegeben. Dieses leistet pro Jahr rund 2000 ehrenamtliche Stunden. Annähernd 5500 Medien können entliehen werden – sonntagvormittags oder mittwochs von morgens bis abends.

Hervorgegangen ist die Gemeindebücherei aus der evangelischen und der katholischen Bücherei, die 1991 fusionierten, und zwar in jenem nicht mehr für die Kommunalverwaltung benötigten Fachwerkhaus aus dem 16. Jahrhundert. Gut 20 Jahre später gab es erste Überlegungen, wo und wie diese öffentliche Einrichtung langfristig untergebracht werden kann: Kann das historische Gebäude den Zweck noch länger erfüllen? Ist es möglich, auf dem angrenzenden Grundstück neue Räume zu errichten?

Hohe staatliche Förderung

Die Gemeinde ließ 2015 das marode Nachbarhaus abreißen – zugunsten eines Ersatzneubaus. Bürgermeisterin Simone Seufert schreibt es dem Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) Unterfranken zu, dass das Projekt aus Renovierung des Altbaus und Erstellung eines Neubaus verwirklicht werden konnte; es erging ein Förderbescheid über 80 Prozent der Kosten.

ALE-Abteilungsleiter ermutigt alle: Auch mit knappen Mitteln könne eine Dorferneuerung gelingen, wenn die Bevölkerung zusammenstehe. Das werde künftig wohl ein wichtiges Auswahl- und Qualitätskriterium für die Bewilligung von Geldern sein.

Mehrkosten durch beschädigte Balken

Der Landkreis Schweinfurt erteilte Anfang 2020 die Baugenehmigung für das Euerbacher Dorfgemeinschaftshaus. Unvorhergesehenes geschah 2022. Beschädigte Deckenbalken wurden freigelegt. Sie ließen vermuten, dass einst im Rathaus auch eine Schmiede betrieben wurde. Ferner verursachte Sichtfachwerk, das in der Vergangenheit nicht fachgerecht behandelt worden war, Mehrkosten. Jetzt ist die alte Tragkonstruktion aus Eichenbalken wieder intakt. Der Neubau daneben entspricht dem ursprünglichen Ortsbild 

Architekt Joachim Schmitz, der zusammen mit Peter Kopperger für die Arbeiten verantwortlich zeichnete, beziffert die Gesamtkosten auf 808.000 Euro. Darin enthalten sei sogar eine Photovoltaikanlage, die auf dem Dach der Dorfscheune installiert wurde.

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