Auch Tage nach der Prämierung zeigt sich Roman Ohneberg noch begeistert von der Preisverleihung in der Allerheiligen-Hofkirche in München. „Eine kurzweilige Veranstaltung mit einem tollen Rahmen", so Ohneberg, „sie wird mir lange in Erinnerung bleiben“. Der Salgener gründete für sein Vorhaben den gemeinnützigen Verein "Freunde neuer Wege zum Wohnen wie Zuhause", unter dessen Schirm er das ambitionierte Vorhaben in Angriff nahm. Rund 3300 ehrenamtliche Helferstunden erbrachten die Vereinsmitglieder im Zuge der Sanierung, die rund anderthalb Jahre dauerte und unter anderem vom Amt für Ländliche Entwicklung Schwaben begleitet und gefördert wurde. Das Gebäude stand nicht unter Denkmalschutz, doch Ohneberg war es ein persönliches Anliegen, das Erscheinungsbild des im 18. Jahrhundert erbauten Gebäudes zu erhalten.
Viel getan hat sich im Gebäudeinneren, denn die zuvor leerstehende, ehemalige Gaststätte entsprach in baulicher und technischer Hinsicht nicht mehr den heutigen Anforderungen. Im Zuge der umfassenden Sanierungen wurden auch Erfahrungen und Erkenntnisse aus der Demenzforschung umgesetzt, mit dem Ziel einer ausgewogenen Balance zwischen wohnlichen Elementen und technischen sowie hygienischen Anforderungen. So sorgt beispielsweise der Vinylboden in Holzoptik für Behaglichkeit, ist aber auch gut zu reinigen. Einzelne Wände wurden farbig angelegt und helfen den Mieterinnen und Mietern bei der Orientierung im Gebäude. Der ehemalige Biergarten mit sechs alten Kastanienbäumen und ein Teil des Hofes wurden zu einem Wohngemeinschaftsgarten umgewandelt.
Anfang 2021 zogen die ersten Mieterinnen und Mieter ein. Und inzwischen ist die betreute Wohngemeinschaft für Menschen mit Demenz oder anderer eingeschränkter Alltagskompetenz nicht mehr aus Salgen wegzudenken.
Mehr zur betreuten Wohngemeinschaft in Salgen und den Staatspreisen 2023.